Belegschaftswarneinrichtung
Herkömmliches Anlagenkonzept
Die bergbehördlich vorgeschriebene Belegschaftswarneinrichtung verbindet die Wechselsprechanlagen aller untertägigen Betriebspunkte miteinander. So soll es in Notsituationen möglich sein, die Belegschaft von zentraler Stelle über Tage aus zu warnen.
Derzeit erfolgt die Nachrichtenübermittlung über NF-Kanäle in Einzelader-Technik was eine große Anzahl von Kupferadern in Fernwirkkabeln erfordert. Bei größeren Entfernungen ist für jeden einzelnen Kanal der Einsatz von Verstärkerbaugruppen sowie unter Umständen der Einsatz einer i/e-Kopplung erforderlich. Die Verstärker sind technisch veraltet und nach ATEX als Geräte nicht mehr zu beschaffen. Die bestehenden Anlagen sind störanfällig und erfordern einen hohen Wartungsaufwand.
Des Weiteren liegen die Abbaubetriebe immer häufiger weit entfernt von der zentralen Stelle (Grubenwarte) des Bergwerks. Mit zunehmender Kabellänge vergrößern sich die Störeinflüsse auf die bestehenden Systeme, aufwendiges Einpegeln der Anlagen wird nötig, es entsteht ein erheblicher Verlust an Sprachqualität.
Belegschaftswarneinrichtung ATEX- M1-Technik
Die Belegschaftswarneinrichtung in ATEX- M1-Technik ist es ein modernes, störsicheres und leistungsfähiges Kommunikationssystem auf Basis der Lichtwellenleitertechnik.
Die Anlage ist betriebssicher aufgebaut und in der Lage, bei Energieausfall unterbrechungsfrei weiterzuarbeiten, unter Berücksichtigung der M1-Richtlinie.
Alle bestehenden Wechselsprechanlagen unterschiedlichen Typs werden an zentralen Punkten unter Tage über Linien- Module, die in sogenannten Linienmanagern untergebracht sind, zusammengeschaltet. Die Linienmodule sind über Datenbus und NF- Linien elektrisch mit dem untertage zentral installierten Kommunikations-Konverter verbunden. Der Kommunikationskonverter digitalisiert die NF-Signale und setzt diese und die Datensignale in Lichtsignale um. Zwei LWL- Fasern führen die Signale über große Distanzen zur Kommunikations-Zentrale übertage.
Die Lichtsignale werden übertage wieder zu elektrischen Signalen konvertiert und gelangen über Datenbus und NF zum Bedienstand in die Betriebswarte. Über einen PC wird die untertägige Anlage visualisiert. Der Bediener an diesem PC übernimmt die Koordination der kompletten Anlage. Er organisiert die gewünschten Verbindungen und überwacht ständig den gesamten Ablauf.